Netzwerken ist wie Kinder groß bekommen

Netzwerken ist wie Kinder groß bekommen

05.07.2016 Catharina Zahn

Immer wieder werde ich darauf angesprochen, wie ich denn Arbeit und Kind unter einen Hut bekomme. Ja, wie mache ich das eigentlich?

So ganz bin ich mir nicht sicher, aber eines ist ganz klar: Ohne ein funktionierendes Netzwerk geht es nicht, weder ein Unternehmen erfolgreich zu führen, noch ein Kind groß zu ziehen. Arbeit und Kind ist nur möglich, wenn die Mutter ein gutes Netzwerk aus Unterstützern hat.

Mit einem Unternehmen verhält es sich nicht anders. Wer nur in seinem Büro sitzt und alleine vor sich hinarbeitet, erhält nur zufällige Empfehlungen von zufriedenen Kunden. Er wird aber nie selber die Zügel in der Hand halt und sich aktiv um mehr Aufträge kümmern. Klar, Kaltakquise gibt es auch noch, aber das ist wirklich nicht jedermanns Sache.

Mein Sohn wurde im Januar 2015 geboren, seit Januar 2015 arbeite ich wieder, denn ich habe ein eigenes Unternehmen, das nicht einfach mal so mehrere Monate warten kann. Als ich schwanger war, habe ich mir immer gesagt: „Ich kann das Kind ja mit ins Büro nehmen“ oder „Wenn er schläft, dann arbeite ich eben.“ Eines kann ich vorwegnehmen: Das war und ist Selbstbetrug. Denn in erster Linie war ich am Anfang überfordert und müde – immer nur müde. Wenn mein Kind schlief, habe ich auch geschlafen und wenn er mit im Büro war, konnte keiner mehr arbeiten, am allerwenigsten ich. Es hat sich sofort gezeigt, wie wichtig ein funktionierendes Netzwerk ist. Meine Familie ist eingesprungen und nimmt seit Anfang an meinen Sohn, wenn ich geschäftliche Termine habe, morgens früh zum Unternehmerfrühstück muss, klassisch mein Tagesgeschäft erledige oder mal wieder eine Mütze Schlaf brauche. Das geht aber nur, weil ich von Anfang an bereit war, mein Kind in vertrauensvolle Hände zu geben.

Um ein Kind groß zu bekommen, braucht man ein ganzes Dorf und um erfolgreich ein Unternehmen zu führen ein verdammt gutes Netzwerk.

Bei beidem auf alle Fälle Menschen, denen man vertraut. Und um dieses Vertrauen aufzubauen, reicht es nicht, nur ab und an mal mit diesen zu plaudern oder eine Nachricht zu schreiben. Nein, man muss sich sehen, sich austauschen, sich kennenlernen und das regelmäßig. Daher treffen wir uns bei BNI wöchentlich und real, das ganze Jahr über, denn nur so baut sich ein funktionierendes Netzwerk auf, aus dem man über kurz oder lang qualitativ hochwertige Empfehlungen und somit auch mehr Umsatz generieren kann. Oder, wie im meinem Fall, ein zufriedenes Kind hat, das sich nach mehreren Tagen, die er allein bei seinem Vater war (während wir auf einer Konferenz waren), mehr über die Omi als über die Mami freut. Und das sage ich mit Stolz, denn ich weiß, wie wichtig ich für ihn bin.

Über den Autor

Catharina Zahn

Direkt nach dem Abitur hat sie in Madrid Spanisch studiert und spricht fließend Spanisch und Englisch. Bereits neben dem Studium arbeitete sie als Partnerdirektorin für BNI im elterlichen Unternehmen und konnte reichhaltige Erfahrungen in verschiedenen nationalen und internationalen Beratungsprojekten als Projektassistentin sammeln. Seit 2013 ist sie als Exekutivdirektorin in der Region Nürnberg tätig und unterstützt die Unternehmerteams beim erfolgreichen Ausbau und Aufbau. Seit Januar 2015 managt sie zudem ihre kleine Familie.